Bleichgesicht

es hat das gleiche Gewicht wie ich,
nur ist es bleich im Gesicht und ich nicht,
denn auch am Tag erreicht es kein Licht,
meistens lispelt’s ganz seicht wenn es spricht, wenn es spricht.

es kommt viel leichter voran, wenn es kriecht,
schleicht sich langsam von hinten an und sticht,
vergleicht ständig meine Taten mit der Pflicht, 
vielleicht versperr’ ich mir selbst ja die Sicht, ja die Sicht.

das Bleichgesicht stört mein Gleichgewicht
das Bleichgesicht stört mein Gleichgewicht


fleischlose Ernährung kennt es wirklich nicht,
denn im Keller Leichen schmausen ist sein Leibgericht, 
bei mir gibt’s reichlich Nahrung, ja es ist ganz erpicht,
mit seinem Speichel zu zersetzen, bis mein Kopf zerbricht, 

das Bleichgesicht stört mein Gleichgewicht
das Bleichgesicht stört mein Gleichgewicht

es reicht, ich spiel ihm wieder einen Streich, dem Wicht, 
wenn ich will, ist es plötzlich nur ein Leichtgewicht, 
eigentlich einfach gestrickt und im Gemüt ganz schlicht, 
ach es kreischt so süß, wenn es nichts mehr von mir kriegt,

ich bring das Bleichgesicht aus dem Gleichwicht 
ich bring das Bleichgesicht aus dem Gleichwicht

ja ich lehne mich zurück, 
lausche dem Rauschen des Lebens, 
Raum und Zeit verschmelzen 
mir geht alles quer am Arsch vorbei. 

und das reimt sich nicht, ja, ja, das reimt sich nicht,
ich bin ein Scheich mit Gicht, ich bin ein Scheich mit Gicht,
und ich scheiße und ich scheiße auf das Gleichgewicht ….
ich mein… auf das Bleichgesicht.